grimmnetz.de
herzlich willkommen:

Grimmforum
Grimm-Briefwechsel
Grimm-Briefverzeichnis
Impressum
Wilhelm Braun in der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel Berlin, 2006
Die Brüder Grimm

Alan Kirkness über Wilhelm Braun (19292010)

Der angesehene Lexikograph und Grimm-Forscher Dr. Wilhelm Braun ist am 17. Mai nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben. Am 5. August 1929 in Trautenau (Riesengebirge) geboren, wurde er nach Studium in Rostock bei Hermann Teuchert Mitte der 1950er Jahre Mitglied der Arbeitsstelle des “Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm” (DWB) in der Akademie der Wissenschaften in Berlin. So begann eine mehr als 50jährige wissenschaftliche Tätigkeit an diesem Grundlagenwerk historischer (neuhoch-)deutscher Wortforschung. Er bearbeitete in hauptamtlicher Tätigkeit Wortstrecken zunächst aus den Buchstaben W und Z der 1960 / 61 abgeschlossenen Erstbearbeitung, sodann aus dem Buchstaben A der seit 1965 erscheinenden Neubearbeitung. Daneben arbeitete er an anderen wissenschaftlichen Vorhaben der Akademie mit, namentlich an lexikographischen Projekten wie dem von Wolfgang Pfeifer geleiteten “Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache” (11993), und später gab er das von Erhard Agricola begründete “Wörterbuch des christlich geprägten Wortschatzes” (2003) heraus. Seit 1973 führte er regelmäßig Seminare über sprachwissenschaftliche und sprachgeschichtliche Themen an der Humboldt-Universität zu Berlin durch, und 1975 promovierte er mit einer lexikologischen Arbeit über konkurrierende Berufsbezeichnungen im Bereich der Handwerke. Jahrelang betreute er die Präsenzbibliothek der Berliner Arbeitsstelle des DWB, und er legte auch eine umfassende eigene Bibliothek an, die u. a. neben Literatur und Archivalien zur (Geschichte der) Lexikographie einschließlich des DWB viele historische deutsche Nachschlagewerke sowie zwei- und fremdpsrachige Wörterbücher enthielt. Auch nach seiner Pensionierung blieb er bis zuletzt der historischen Lexikographie und speziell dem DWB und dessen Neubarbeitung treu: er las Artikelentwürfe und Korrekturfahnen genau durch, exzerpierte laufend nach, restaurierte Bücher, und unterstützte mit Rat und Tat vor allem jüngere MitarbeiterInnen. Der Rentner Wilhelm Braun fand in der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel an der Humboldt-Universität zu Berlin, deren wissenschaftlichem Beirat er angehörte, einen neuen Arbeitsplatz und ein neues Tätigkeitsfeld. Er wurde auch Gründungsmitglied and später stellvertretender Vorsitzender und Ehrenmitglied der Grimm-Sozietät zu Berlin e.V., gegr. 1991, sowie Gründungsmitglied des Herausgeberkollegiums, das die seit 2001 erscheinende Reihe "Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Kritische Ausgabe in Einzelbänden" betreut. Er wirkte maßgeblich an der Redaktion einzelner Bände mit: er kollationierte Brieftexte, deren wortgetreue Wiedergabe ein Hauptanliegen der Ausgabe ist, las Korrektur und machte auf der Grundlage seiner profunden Sachkenntnisse Vorschläge für die Annotierung und Kommentierung der Briefe, die diese einer heutigen Leserschaft erschließen sollen, ein zweites Hauptanliegen der Ausgabe. Im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Arbeitsstelle inventarisierte er zudem den sehr umfangreichen Nachlaß von Ludwig Denecke (1905—1996), der in den 1930er Jahren zur ersten Arbeitsstelle des DWB an der Berliner Akademie gehört hatte und später u. a. als erster Leiter des Brüder Grimm-Museums Kassel und Herausgeber der Buchreihe “Brüder Grimm Gedenken” bekannt wurde (zu deren Herausgebern ab 1999 auch Wilhelm Braun gehörte).

In all diese Tätigkeiten brachte Wilhelm Braun seine ganz individuelle, stark ausgeprägte Persönlichkeit ein: menschlich immer fair, für sich selbst anspruchslos aber aufmerksam um andere sich kümmernd, finanziell aushelfend oder Obst aus seinem Garten oder eine Tafel Schokolade mitbringend; durch seinen Glauben bestärkt sich selbst immer treu bleibend und in seiner Gemeinde und in der Kommunalpolitik sich engagierend, auch unter widrigen politischen Verhältnissen; rüstig und je nach Aufgabe handwerklich geschickt oder sachlich angemessen anpackend; wissenschaftshistorisch bewandert und insbesondere lexikographisch erfahren, immer aufmerksam und großzügig zur Hilfe bereit. Seine vielen Grimm-Freunde und -Kollegen trauern um ihn, sie gedenken seiner in Dankbarkeit.

... Bilder und Dokumente von Wilhelm Braun

...
von Wilhelm Braun verfasster Text über Roland Reuß’ editorische Experimente mit dem Briefwechsel zwischen Jacob Grimm, Arnim und Savigny (ursprünglich unter dem Titel “Soll so — und nur so — ediert werden?”, 2002)

SlowLine1

Grimm-Bestände in Hessen im Vergleich mit anderen großen Grimm-Beständen

Grimm-Bestände in Hessen

Eine Broschüre, in der die hessischen Grimm-Bestände in Bad Homburg, Hanau, Kassel, Marburg, Schlüchtern und Steinau in kurzen Übersichtsartikeln beschrieben und mit den großen außerhessischen Grimm-Beständen in Berlin, Göttingen, Haldensleben, Krakau, Nürnberg sowie in Privatbesitz verglichen werden, ist jetzt bei kassel university press erschienen und wird auch von der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel an der Humboldt-Universität zu Berlin als PDF-Download angeboten:
... Gesamtbroschüre (ca. 1,4 MB)
... tabellarische Übersicht zu den Beständen auf einer Seite

 

SlowLine1

Vorschläge zur Beilegung der Unstimmigkeiten um Kasseler Grimm-Bestände

Nachdem sich Wissenschaftler und Bibliothekare Ende 2006 an die UNESCO wandten und diese auf falsche Angaben zu den Überlieferungs- und Rechtsverhältnissen im Antrag der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. zur Aufnahme von fünf Bänden der Kasseler Handexemplare der “Kinder- und Hausmärchen”  in das Register des Weltdokumentenerbes (Memory of the World) aufmerksam machten, kam es im Zeitraum eines Jahres zu intensiven Kontakten mit Personen, die auf den unterschiedlichsten Ebenen für diese Belange zuständig sind. Dabei stellte sich heraus, dass weitere umfangreiche Grimm-Bestände aus Bibliotheksbesitz der Universitätsbibliothek Kassel vorenthalten werden. Da eine Lösung sich bis dahin nicht abzeichnete, entstand im Kreis der Unterzeichner des Briefes an die UNESCO aus dem Jahr 2006 die Initiative für einen Fünfpunkteplan, durch den die bestehenden Unstimmigkeiten gelöst werden könnten:

1. Die fünf Bände des UNESCO-Weltdokumentenerbes aus dem Banktresor in die Landes- und Murhardsche Bibliothek bringen, wo sie fachgerecht betreut und zugänglich gemacht werden können,
2. die Eigentümerschaft und sonstigen Rechtsverhältnisse dieser Bände feststellen, wie es die UNESCO-Richtlinien vor der Eintragung in das Register des “Memory of the World” verbindlich vorschreiben,
3. eine solche Klärung auch für die übrigen zur Zeit im Brüder Grimm-Museum verwahrten Kasseler Grimm-Bestände aus Bibliotheksbesitz vornehmen und die betroffenen Bestände an die Landes- und Murhardsche Bibliothek zurückgeben,
4. eine neue UNESCO-Urkunde ausfertigen und überreichen, durch die man die Universität Kassel und die Stadt Kassel gemeinsam für die Pflege und Erschließung des Grimm-Erbes in die Verantwortung nehmen könnte,
5. Leihgaben für den Ausstellungsbetrieb des Brüder Grimm-Museums zwischen Landes- und Murhardscher Bibliothek und Kuratorium des Museums vereinbaren.
(Vorschläge von Alan Kirkness und Berthold Friemel. November / Dezember 2007)


Bis Mitte April 2008 erklärten öffentlich ihre Unterstützung dieser Vorschläge:

Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt, Kassel; Dr. Susan Bernofsky, Visiting Assistant Professor of Literature, Sarah Lawrence College, New York (USA); Dr. Stephan Bialas, Germanist und Grimm-Forscher, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg; Oliver Bienkowski, Datenschutzbeauftrager iQ-Unternehmensgruppe GmbH, Vorstand Die Macher e. V., Kassel; Dr. Angela Borchert, Assistant Professor of German and Comparative Literature, University of Western Ontario, London, Ontario (Kanada) ; Dr. Wilhelm Braun, Lexikograph und Grimm-Forscher, Humboldt-Universität zu Berlin, Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel; Prof. Dr. Hartmut Broszinski, Bibliotheksdirektor i. R., Kassel, ehemaliger Leiter der Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek Kassel und ehemaliger Ltd. Bibliotheksdirektor der Landesbibliothek Fulda; Brüder-Grimm-Platz e. V., Kassel; Christine Buchenau, Chefsekretärin Bärenreiter-Verlag Kassel, Geschäftspartnerin Multiple Box Hamburg, Galerie und Kunsthandel, Inhaberin CB-Agentur für Kunsthandel und -vermittlung, Kassel; Harald Engel, Verwaltungsbeamter, Kassel; Dr. Holger Ehrhardt, Germanist und Grimm-Forscher, Kaufungen ; Dr. Harry Fröhlich, Lexikograph, Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ; Prof. Dr. Peter Gercke, Museumsdirektor i. R., Vorsitzender der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft Kassel e. V.; Dr. Simon Gilmour, Germanist und Grimm-Forscher, Trier ; Christina Grimm, Lexikographin, Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ; Dr. Volker Harm, Lexikograph, Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen; Maria Hartz, Kulturwissenschaftlerin und Grimm-Forscherin, Humboldt-Universität zu Berlin, Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel; Prof. Dr. Jens Haustein, Germanist, Hochschullehrer, Jena; Prof. Dr. Erhard Hexelschneider, Slawist, Literarhistoriker, Leipzig; Verlag S. Hirzel Stuttgart, Dr. Thomas Schaber, Verlagsleiter ; IHK Kassel, Arbeitskreis Tourismus; IHK Kassel, IHK-Initiative UNESCO-Welterbe; Prof. em. Dr. William Jervis Jones, Germanist, Royal Holloway University of London (Großbritannien); Professor Dr. med. Oskar Klinge, Pathologe, Kassel-Bad Wilhelmshöhe; Prof. Dr. Friedhilde Krause, Bibliotheksdirektorin i. R., ehemalige Generaldirektorin der Deutschen Staatsbibliothek Berlin; Bernd Leifeld, Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs GmbH, Kassel; Dr. Ulrike Leuschner, Germanistin, Editionsphilologin, TU Darmstadt, Forschungsstelle Merck; Dr. Andrea Linnebach, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, Schwerpunkt 18. / 19. Jahrhundert, Kassel; Prof. Dr. Dr. h. c. Rainer Ludewig, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Kassel; Prof. Dr. Klaus-Dieter Ludwig, Germanist, Berlin; Dr. Dietrich Lückoff, Romanist und Grimm-Forscher, Rom (Italien); Prof. Dr. Nancy Lukens, Professor of German, University of New Hampshire, Durham (USA); Leonore Martin, Programmkoordinatorin, Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft”, Berlin; Claudia Melchersmann-Engel, Bibliothekarin, Kassel; Prof. Dr. Hansjörg Melchior, Direktor der Klinik für Urologie Kassel i. R., Governor 2008/09 D. 1820 Rotary International, Kassel; Angelika Mensching, Linguistin, Philosophin und Übersetzerin, Hamburg; Prof. Dr. Marita Metz-Becker, Kulturwissenschaftlerin, Marburg; Prof. Dr. Uwe Meves, Germanist, Carl-von-Ossietzy-Universität Oldenburg, Sprecher des Herausgeberkollegiums der Edition "Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Kritische Ausgabe in Einzelbänden"; Frank Oberbrunner, Rechtsanwalt, Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung; Prof. Dr. Rainer Olten, Wirtschaftswissenschaftler, Brüder-Murhard-Forscher, 1986-2006 Sprecher des Beirats der Freunde des Stadtmuseums, Kassel; Dr. Valerie Paradiz, Germanistin und Schriftstellerin, Grimm-Forscherin, High Falls, NY (USA); Dr. Ingrid Pergande-Kaufmann, Germanistin und Grimm-Forscherin, Humboldt-Universität zu Berlin, Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel; Dr. Annelise Raub, Germanistin, und Dr. Wolfhard Raub, Germanist und Bibliothekar i. R., Münster; Prof. Dr. Jürgen Reese, Universität Kassel; Prof. Dr. Werner Röcke, Literaturwissenschaftler, Humboldt-Universität zu Berlin, Vorsitzender der Grimm-Sozietät zu Berlin e. V., gegr. 1991 ; Dr. Hubert Sauer, Ministerialdirigent a.D., ehem. Kanzler der Universität Kassel; Prof. Barbara Scheuch-Vötterle, Inhaberin des Bärenreiter-Verlags Kassel; Prof. Dr. Michael Schlaefer, Leiter der Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen; Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Germanist, Mannheim und Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ; Dr. Peter Schmitt, Leiter der Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin; Yannick Philipp Schwarz, Student, Kassel; Martin Seidel, Buchhändler, Berlin; Michael Solf, Lexikograph, Arbeitsstelle Deutsches Wörterbuch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; Prof. em. Dr. Anthony Stanforth, Germanist, früher Heriot-Watt University, Edinburgh (Großbritannien); Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde (1834), Zweigverein Kassel; Dr. med. Peter Völker, ehem. Ärztlicher Dirtektor des Krankenhauses des Kurhessischen Diakonissenhauses Kassel; Dr. Friedrich Freiherr Waitz von Eschen, Unternehmer, Wirtschafts- und Wissenschaftshistoriker, Kassel; Karl-Hermann Wegner, Museumsdirektor i. R. (Stadtmuseum Kassel), Landesvorsitzender des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel e. V. (1834); Peter Wengel, Germanist und Grimm-Forscher, Technische Universität Darmstadt ; Inge Wurf, Ururenkelin Wilhelm Grimms, Haldensleben

... ausführliche Fassung der Vorschläge von Kirkness / Friemel  englische Fassung
... Möglichkeit zur Unterstützung dieser Vorschläge

Zu Einzelheiten der Kasseler Unstimmigkeiten
Die Prüfung von Dokumenten zur Überlieferungs- und Eigentumsgeschichte der Kasseler Handexemplare von Werken der Brüder Grimm hat ergeben, daß die Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. in ihrem 2004 an die UNESCO gestellten Antrag zur Aufnahme von fünf Bänden Handexemplaren der Grimmschen Märchen in die Liste des Weldokumentenerbes (Memory of the World) schwerwiegend von den historischen Tatsachen abgewichen ist. Der Sachverhalt ist mit den relevanten historischen Dokumenten für jedermann nachprüfbar unter: http://www.grimmnetz.de/grimm-mow

... HR 2, ”Mikado”, 5. 1. 2008 (Moderation: Manfred E. Schuchmann)
... Deutschlandfunk, “Kultur heute”, 4. 1. 2008
... Deutschlandradio, “Fazit”, 4. 1. 2008

... Grimm-Handexemplare von der Stadt Kassel auf 30 Millionen Euro geschätzt und in Banktresor verbracht
... Antwort des hessischen Wissenschaftsministers auf Anfrage zu Grimm-Büchern
... Grimm-Museum komplett wiedereröffnet
... Grimm-Gesellschaft kritisiert Wikipedia-Artikel
... Rücktritt des Präsidenten der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V.?

SlowLine1
SlowLine_Senkr

Briefwechsel der Brüder Grimm, Kritische Ausgabe

vorliegende Bände mit Bestellmöglichkeit:

... Band 1.1: Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhelm Grimm. Text. Hrsg. von Heinz Rölleke. 803 S.

... Band 1.2: Brüder Grimm. Sagenkonkordanz. Hrsg. von Heinz Rölleke. 527 S.

... Band 2: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Karl Bartsch, Franz Pfeiffer und Gabriel Riedel. Hrsg. von Günter Breuer, Jürgen Jaehrling und Ulrich Schröter. 543 S.

... Band 3: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Gustav Hugo. Hrsg. von Stephan Bialas. 473 S.

... Band 4: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Theodor Georg von Karajan, Wilhelm Wackernagel, Johann Hugo Wyttenbach und Julius Zacher. Hrsg. von Michael Gebhardt, Jens Haustein, Jürgen Jaehrling und Wolfgang Höppner. 381 S.

... Band 5: Briefwechsel der Brüder Grimm mit den Verlegern des “Deutschen Wörterbuchs” Karl Reimer und Salomon Hirzel. Hrsg. von Alan Kirkness unter Mitarbeit von Simon Gilmour. 767 S.

zuletzt erschienen:

Briefwechsel der Brüder Grimm, Band 6

... Band 6: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Rudolf Hildebrand, Matthias Lexer und Karl Weigand. Hrsg. von Alan Kirkness. 2010. 512 S.

Dieser Band vereinigt die Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit drei jüngeren Germanisten, Rudolf Hildebrand (1824-1894), Matthias Lexer (1830-1892) und Karl Weigand (1804-1878), die neben eigenen bedeutenden sprachgermanistischen, nicht zuletzt lexikographischen Arbeiten die Ausarbeitung des "Deutschen Wörterbuchs" nach dem Tod der Grimms fortsetzten. Für alle drei waren die Brüder Grimm die anerkannten Autoritäten in ihrem Fach, denen sie mit großem Respekt und mitunter auch Pietät gegenübertraten. Auch wurde der berufliche Werdegang aller drei von den Brüdern Grimm ganz wesentlich beeinflusst. Die Lexikographie des Deutschen, speziell das "Deutsche Wörterbuch", ist der hauptsächliche gemeinsame Nenner, der die drei Korrespondenten miteinander verbindet. Entsprechend den inhaltlichen Schwerpunkten der drei Briefwechsel liegt der Schwerpunkt der Sachkommentare auf Sprachlichem und Sprachwissenschaftlichem, insbesondere Lexikographischem.

SlowLine1

König Jérômes Karneval
Literarische Spuren des Königreichs Westphalen
Ausstellung im Marburger Haus der Romantik
Ausstellung der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel an der Humboldt-Universität zu Berlin im Marburger Haus der Romantik, Frühjahr 2008
Die Ausstellung im Marburger Haus der Romantik bot einen einführenden Überblick zur literarischen Überlieferung, die mit dem napoleonischen “Königreich Westphalen” verbunden ist: Bücher und literarisches Leben in diesem Königreich, Sichten von außen und literarisches Nachleben. König in diesem Reich war Napoleons Bruder Jérôme. Der gerade 23jährige Jacob Grimm wurde bei ihm Privatbibliothekar und später zum “Staatsratsauditor”, so etwas wie ein Sekretär im höchsten Regierungsgremium des Staates, ernannt. Das Königreich Westphalen war die Umwelt, in der die Brüder Grimm die Grundlagen ihres Lebenswerkes schufen.
... Webgalerie zur Ausstellung
... Marburger Haus der Romantik
... Beitrag zur Ausstellung im Grimmforum

Intelligenztaxe
SlowLine1

Aus der Wörterbuch-Werkstatt
der Brüder Grimm
Es begann während des Besuchs von Professor Alan Kirkness aus Auckland (Neuseeland) in Berlin 2005:Wörterbuchband im Museum Haldensleben Bei Recherchen zu Materialien über die Entstehungsgeschichte des “Deutschen Wörterbuchs” gelangen überraschende Funde.

Dazu gehörte zunächst ein Protokoll Jacob Grimms, in dem er sich genau über den Verlauf seiner Arbeit am Wörterbuch Rechenschaft ablegte. Bei einem Besuch aus Anlaß der damals gerade eröffneten neuen Dauerausstellung mit Originalgegenständen aus der Familie Grimm im
Museum Haldensleben entdeckte Kirkness im August 2005 in den Buchbeständen des Museums dann ein bisher unbekanntes Arbeitsexemplar Jacob Grimms vom ersten Band des “Deutschen Wörterbuchs” (mehr dazu), und am Ende seines Berlin-Aufenthalts im September 2005 kam aus der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau die Nachricht, daß neun seit dem Zweiten Weltkrieg vermißte Bände des “Deutschen Wörterbuchs” aus dem Besitz der Brüder Grimm mit äußerst zahlreichen und aussagekräftigen Notizen dort aufgefunden wurden und bald darauf für eine Benutzung zugänglich gemacht werden könnten.  

Grimm-Handexemplare des “Deutschen Wörterbuchs” in KrakauZwei Wörterbuch-Seiten mit Notizen Jacob Grimms, Jagiellonen-Bibliothek Krakau
Die neun Krakauer Bände wurden Ende 2005 ausführlich von der Jagiellonen-Bibliothek beschrieben und wurden bis 2008 vollständig digitalisiert. Eine Übersicht über die neu zusammengetragenen Materialien zur Entstehungsgeschichte des Wörterbuchs gaben Alan Kirkness und Berthold Friemel im Band 16 des “Brüder Grimm Gedenken” (2005).

... erste Nachricht über den Krakauer Fund im Grimmforum, Januar 2006

... Bericht über die Sichtung der Originalbände in Krakau und über ein Gespräch mit einer Bibliothekarin und einem Bibliothekar, die die Bände bei ihren Arbeiten entdeckt haben (April 2006)

... zum Grimm-Wörterbuch in der digitalisierten Fassung der Universität Trier

... mehr aus der Wörterbuch-Werkstatt

SlowLine1

Am Anfang einer neuen Wissenschaft

Die Germanistik als Wissenschaft der deutschen und germanischen Sprachen und Literaturen, wie sie bis vor kurzem als Studien- und Forschungsfach an allen deutschen und den größeren internationalen Universitäten vertreten war, entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wird im allgemeinen Bewußtsein nicht zu Unrecht von den Brüdern Grimm hergeleitet. weiter 

SlowLine1

                     Grimmnetz Donnerstag, 22. Juli 2010